VM und LXC Container in Proxmox manuell erstellen

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VM und LXC Container ohne Community-Scripts erstellen

Nachdem du Proxmox VE installiert hast, geht es ans Eingemachte: virtuelle Maschinen und Container. Dieses Tutorial zeigt dir, wie du beide völlig manuell ohne Community-Scripts anlegst. Das ist wichtig zum Verstehen, wie Proxmox funktioniert – und du hast volle Kontrolle über die Konfiguration.

VM vs. LXC Container – nochmal kurz

Voraussetzungen

Schritt 1: Vorbereitung – ISO-Dateien oder LXC-Templates hochladen

Bevor du eine VM oder einen Container erstellen kannst, brauchst du das Installationsmaterial. Du brauchst nur eines von beiden – entscheide dich, ob du eine VM oder einen Container erstellen möchtest!

Für VMs: ISO-Datei hochladen

  1. Öffne die Proxmox Web-GUI und klicke links im Menübaum auf deinen Knoten („pve").
  2. Wähle Storage (oder „Datenspeicher").
  3. Klicke auf local (das ist der Standard-Speicher auf der Proxmox-Installation).
  4. Klicke auf den Tab Content oder Inhalt.
  5. Klicke auf Upload und wähle eine ISO-Datei von deinem Computer (debian-12-generic-amd64-netinst.iso).
  6. Warte, bis die Upload abgeschlossen ist. Du solltest die ISO dann in der Liste sehen.

Für LXC Container: Templates sind oft bereits vorhanden

LXC-Templates sind kleine vorgefertigte Linux-Container-Images. In vielen Proxmox-Installationen sind diese bereits vorhanden – du musst sie also nicht hochladen. Falls nicht, klicke auf Templates in der Proxmox Web-GUI und lade ein Template herunter (z.\u202fB. Debian oder Ubuntu).


PART A: Virtuelle Maschine (VM) erstellen

Wähle diesen Part, wenn du eine vollständige VM mit eigenem Betriebssystem brauchst (Windows, Linux, …).

Schritt 1: VM-Assistent starten

  1. VM-Assistent starten: Rechts oben in der Proxmox Web-GUI klickst du auf Create VM (oder „VM erstellen").
  2. General / Allgemein:
    • Node: Der Knoten, auf dem die VM laufen soll (meistens nur eine Auswahl möglich).
    • VM ID: Eine eindeutige Nummer für diese VM (z.\u202fB. 100). Lass Proxmox diese autom. vergeben, oder wähle eine Nummer.
    • Name: Ein Name für deine VM (z.\u202fB. „debian-web-server"). Keine Leerzeichen!
    • Resource Pool: Kann leer gelassen werden (ggf. später für Gruppen nutzen).
  3. OS / Betriebssystem:
    • Type: Wähle „Linux" oder „Windows" je nach deiner ISO.
    • Version: Wähle die entsprechende Version aus der Liste (z.\u202fB. „5.x – 2.6 Linux Kernel" für moderne Linux-Distributionen).
  4. CDROM / Installationsmedia:
    • Klicke auf Use ISO image und wähle deine hochgeladene ISO aus der Dropdown-Liste.
    • Dies ist nur während der Installation nötig – später kannst du den CDROM wieder entfernen.
  5. System / Systemeinstellungen:
    • Lass die Standardwerte, es sei denn, du weißt, was du tust. Für die erste VM reichen die Defaults.
  6. Disks / Festplatte:
    • Storage: Wähle „local-lvm" (das ist der Default Speicher in der LVM-Partition, wo VMs und Container ihre Daten speichern).
    • Disk size: Wie viel Speicherplatz die VM haben soll. Für eine Linux-Basis: 20–50 GB ist ein guter Start. Windows: mindestens 50 GB.
  7. CPU / Prozessor:
    • Cores: Wie viele CPU-Kerne die VM nutzen darf. Start: 2–4 Kerne (je nach deinem Host).
    • Type: Kann auf „Default" bleiben.
  8. Memory / Arbeitsspeicher:
    • Memory (MB): RAM für die VM. Für Linux: 512–2048 MB, für Windows: mindestens 2048 MB. Beispiel: 2048 = 2 GB.
    • Minimum memory: Falls Proxmox RAM sparen soll, setze einen Mindestwert (z.\u202fB. 512 MB). Lass es weg, wenn du es nicht brauchst.
  9. Network / Netzwerk:
    • Bridge: Sollte bereits auf „vmbr0" gesetzt sein (das ist die Standard-Bridge, die deine VM mit dem Netzwerk verbindet).
    • VLAN Tag: Lass leer, es sei denn, du arbeitest mit VLANs.
    • MAC Address: Lass autom. generieren.
  10. Confirm / Bestätigung:
    • Übersicht prüfen und auf Finish klicken.
    • Die VM wird jetzt angelegt und sollte in der linken Liste auftauchen.

Schritt 2: VM starten und installieren

  1. Die neu erstellte VM sollte in der linken Liste sichtbar sein (z.\u202fB. unter „pve" > „100 (debian-web-server)").
  2. Klicke darauf und wähle rechts oben Start.
  3. Die VM startet jetzt von der ISO-Datei (CDROM), die du angegeben hast. Ein Fenster öffnet sich – das ist die Konsole der VM.
  4. Folge den Instalations-Anweisungen des Betriebssystems (z.\u202fB. Debian-Installer). Das funktioniert wie ein normaler Computer-Kauf.
  5. Nach Abschluss der Installation wird die VM neu starten. Du kannst dann die ISO vom CDROM entfernen:
    • Wähle die VM in der linken Liste.
    • Gehe auf Hardware.
    • Klicke auf CD/DVD Drive und klicke das „X", um es zu entfernen oder auf den CDROM zu fahren und dann EditDo not use any media.
  6. Starte die VM neu. Sie sollte jetzt vom Festplatte booten.

PART B: LXC Container erstellen

Wähle diesen Part, wenn du einen leichten Linux-Container brauchst (schneller, weniger Ressourcen).

Schritt 1: Container-Assistent starten

Container sind schneller als VMs und ideal für einzelne Anwendungen. Das Prinzip ist ähnlich, aber einfacher.

  1. Container-Assistent starten: Rechts oben auf Create CT (oder „Container erstellen") klicken.
  2. Hostname and Password / Hostname und Passwort:
    • Hostname: Name des Containers (z.\u202fB. „debian-container"). Keine Leerzeichen!
    • Password: Root-Passwort für diesen Container. Speichere es sicher ab!
  3. Template / Container-Image:
    • Storage: Wo die Templates gespeichert sind (meistens „local").
    • Template: Wähle ein Template aus (z.\u202fB. „debian-12-standard_12.2-1_amd64"). Das ist das Basis-Image für deinen Container.
    • Falls kein Template angezeigt wird: Gehe auf DatacenterStoragelocalTemplates, lade ein Template herunter und versuche es erneut.
  4. Disks / Festplatte:
    • Storage: Meistens „local-lvm".
    • Disk size: Für einen einfachen Container: 5–20 GB, je nach Anwendung.
  5. CPU / Prozessor:
    • Cores: Für den Anfang: 1–2 Kerne.
  6. Memory / RAM:
    • Memory (MB): 256–512 MB ist für viele Anwendungen ausreichend. Container sind sparsam!
  7. Network / Netzwerk:
    • Hostname: Nochmal abfragen (wird mit hostname oben befüllt).
    • IPv4: Entweder DHCP (automatische IP vom Router) oder eine statische IP wie 192.168.1.100/24. Für den Anfang: DHCP.
    • Gateway: Meistens 192.168.1.1 (dein Router).
  8. DNS / Nameserver:
    • Automatisch ausfüllen (lass die Standardwerte).
  9. Confirm / Bestätigung:
    • Übersicht prüfen und auf Finish klicken.
    • Der Container wird sofort angelegt und meistens automatisch gestartet.

Schritt 2: Container starten und erste Schritte

  1. Der Container sollte nach Erstellung sofort laufen. Klicke darauf und wähle Console oder Konsole, um dich anzumelden.
  2. Login mit Benutzer root und dem Passwort, das du oben gesetzt hast.
  3. Jetzt kannst du Befehle ausführen wie auf einem normalen Linux-System:
    apt update
    apt install htop
  4. Der Container ist jetzt einsatzbereit!

Unterschiede bei der Nutzung

EigenschaftVMContainer
BetriebssystemBeliebig (Windows, Linux, …)Nur Linux
Boot-Zeit30–60 Sekunden1–5 Sekunden
RAM-VerbrauchMin. 512 MB pro VMMin. 64 MB pro Container
FestplatteMindestens 10–20 GBMindestens 2–5 GB
AbschottungVollständig isoliertTeilt sich Kernel mit Host

Nach der Erstellung: Was du jetzt machen kannst

Fehlersuche

ProblemUrsacheLösung
VM/Container startet nichtNicht genug RAM oder Fehler in KonfigurationPrüfe das Proxmox-Log (rechts im Tab „Log"). Reduziere RAM oder Cores und versuche erneut.
Konsole zeigt schwarzen BildschirmVM/Container lädt noch oder hat keinen Bildschirm-OutputWarte 30 Sekunden. Klicke mehrmals in die Konsole. Falls Linux: Drücke Enter.
Kein Internet im Container/in der VMNetzwerk nicht korrekt konfiguriertPrüfe die Netzwerk-Einstellungen (IPv4, Gateway). Tipp: ping 8.8.8.8 zum Testen.
ISO wird nicht erkannt oder ist zu großISO wurde nicht hochgeladen oder Upload fehlgeschlagenGehe auf Storage → local → Content und überprüfe, ob die ISO dort ist. Falls nicht: Nochmal hochladen.
Container zeigt „Unable to find template"Kein Template vorhandenGehe auf Datacenter → Storage → local → Templates und lade ein Template herunter (z.\u202fB. Debian).

Tipps zum Üben

Fazit

Mit diesen Schritten kannst du VMs und Container selbstständig in Proxmox anlegen – ohne Community-Scripts, mit voller Kontrolle. Anfangs wirkt das Formular überwältigend, aber nach 2–3 Anläufen wird es zur Routine. Das Schöne an Proxmox: Fehler sind nicht teuer – du kannst jederzeit einfach löschen und neu anfangen!

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