Samba‑Freigabe für Windows 11 einrichten

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Samba‑Freigabe für Windows 11 einrichten

Diese Anleitung zeigt, wie du eine sichere SMB‑Freigabe auf deinem Proxmox‑VE‑Host konfigurierst, damit du von einem Windows‑11‑PC darauf zugreifen kannst – ohne dabei sensible Daten preiszugeben. Als Beispiel verwenden wir eine externe Festplatte, die am Proxmox-Server angeschlossen ist: Diese binden wir zunächst unter /mnt/extern/ ein und geben sie anschließend per Samba für Windows 11 frei. Du kannst statt der externen Festplatte natürlich auch jedes andere Verzeichnis freigeben.

Was ist Samba/SMB eigentlich?

SMB (Server Message Block) ist das Netzwerkprotokoll, mit dem Windows Dateifreigaben anspricht – das ist dasselbe, was im Explorer als "Netzlaufwerk" angezeigt wird. Samba ist die freie Software, mit der Linux-Systeme wie dein Proxmox-Host dieses Protokoll ebenfalls anbieten können. Im Ergebnis taucht ein Ordner von deinem Linux-Server in Windows 11 ganz normal als Netzlaufwerk auf, so als wäre es ein lokaler Ordner.

Voraussetzungen

Schritt 1: Externe Festplatte einbinden (mounten)

Bevor wir die Freigabe einrichten können, muss die externe Festplatte unter Linux überhaupt erst eingebunden ("gemountet") werden. Ohne diesen Schritt ist /mnt/extern/ nur ein leerer, normaler Ordner – die Daten der externen Platte wären darüber gar nicht erreichbar.

Kurzfassung zum Testen:

lsblk
mkdir -p /mnt/extern
mount /dev/sdb1 /mnt/extern
ls /mnt/extern

Ersetze /dev/sdb1 durch das tatsächliche Gerät, das lsblk dir anzeigt.

Für die dauerhafte Einbindung (damit die Platte auch nach einem Neustart automatisch verfügbar ist) empfehlen wir das Mounten über die UUID statt über /dev/sdb1 – dazu gibt es ein eigenes, ausführliches Tutorial: Externe Festplatte über UUID in Proxmox einbinden. Trage dort einfach /mnt/extern als Mount-Punkt ein, dann passt es direkt zu dieser Anleitung.

Schritt 2: Samba‑Benutzer anlegen

Samba nutzt eine eigene Passwortdatenbank, getrennt von den normalen Linux-Anmeldedaten. Lege einen dedizierten Benutzer an (verwende niemals root für Samba‑Logins).

# Samba‑Benutzer anlegen und Passwort setzen
smbpasswd -a deinBenutzer
# Beispiel: smbpasswd -a sambauser

Nach der Eingabe wirst du aufgefordert, ein Passwort zu vergeben. Merke es dir – du wirst es später beim Verbinden von Windows benötigen.

Schritt 3: smb.conf anpassen

Öffne die Samba‑Hauptkonfigurationsdatei:

nano /etc/samba/smb.conf

Mache folgende Änderungen (Entferne bzw. passe die markierten Zeilen an):

Global‑Abschnitt

[global]
   workgroup = WORKGROUP
   server role = standalone server
   obey pam restrictions = yes
   unix password sync = yes
   pam password change = yes
   map to guest = bad user
   # Wichtig für Windows 11:
   ntlm auth = yes
   logging = file
   log file = /var/log/samba/log.%m
   max log size = 1000
   panic action = /usr/share/samba/panic-action %d

workgroup muss zur Arbeitsgruppe deines Windows-11-PCs passen – „WORKGROUP“ ist der Windows-Standardwert und passt in den meisten Fällen. ntlm auth wird benötigt, damit sich neuere Windows-Versionen überhaupt anmelden können.

Share‑Definition (z. B. [Media])

[Media]
   comment = Externe Festplatte
   path = /mnt/extern/
   browseable = yes
   read only = no
   guest ok = no
   valid users = deinBenutzer
   create mask = 0775
   directory mask = 0775
   # public = yes entfernen – redundant bei guest ok = no

[Media] ist hier nur der Name der Freigabe, wie sie später in Windows angezeigt wird – frei wählbar. path ist der Ordner, der freigegeben wird (in unserem Beispiel die externe Festplatte aus Schritt 1). Die Werte 0775 bei create mask/directory mask bedeuten: Besitzer und Gruppe dürfen lesen/schreiben, andere nur lesen.

Speichern (Ctrl+O, Enter) und Editor schließen (Ctrl+X).

Schritt 4: Samba‑Dienste neu starten

systemctl restart smbd nmbd

Prüfe, ob beide Dienste laufen:

systemctl status smbd
systemctl status nmbd

Falls ein Dienst fehlschlägt, sieh dir die Logs mit journalctl -u smbd bzw. journalctl -u nmbd an.

Schritt 5: Firewall‑ und Port‑Freigabe

Stelle sicher, dass die benötigten Samba‑Ports erreichbar sind.

Falls ufw verwendet wird:

ufw allow 139/tcp
ufw allow 445/tcp
ufw allow 137/udp
ufw allow 138/udp
ufw reload

Oder mit nftables/iptables prüfen:

ss -tulnp | grep -E '137|138|139|445'

Die Ausgabe sollte zeigen, dass smbd und nmbd auf diesen Ports lauschen.

Schritt 6: Share‑Ordner und Berechtigungen prüfen

Stelle sicher, dass das Verzeichnis existiert und dem Samba‑Benutzer gehört.

# Ordner prüfen
ls -ld /mnt/extern/
# Besitz setzen (ersetze deinBenutzer durch deinen Samba‑Benutzer)
chown -R deinBenutzer:deinBenutzer /mnt/extern/
chmod -R 775 /mnt/extern/

Für einen schnellen Test kann vorübergehend chmod 777 verwendet werden – in einer produktiven Umgebung lieber die genaue Besitzergruppe setzen.

Hinweis: Bei NTFS-formatierten externen Festplatten greifen chown/chmod nicht wie gewohnt – dort regelst du die Zugriffsrechte stattdessen direkt über die Mount-Optionen uid/gid aus Schritt 1.

Schritt 7: Verbindung von Windows 11 herstellen

Öffne die Eingabeaufforderung (cmd) oder PowerShell und führe aus:

net use Z: \\pve\Media /user:deinBenutzer deinPasswort

Ersetze:

Erfolg: Der Befehl schließt ohne Fehlermeldung ab und das neue Laufwerk erscheint im Explorer. Jetzt kannst du Dateien anlegen, lesen, ändern oder löschen.

Schritt 8: Alte Verbindungen bereinigen (falls nötig)

Falls du bereits eine alte Verbindung zu demselben Share hast, lösche sie zuerst:

net use * /delete

Dann Schritt 7 wiederholen.

Fehlersuche

ProblemDiagnose‑BefehlMögliche Lösung
Ordner /mnt/extern/ ist leermount | grep externFestplatte wurde nicht (mehr) gemountet – Schritt 1 erneut prüfen, ggf. mount -a ausführen.
nmbd startet nicht/usr/sbin/nmbd --foreground --debuglevel=3Oft Permission denied auf /var/run/samba. Lösung: chown -R root:root /var/run/samba oder AppArmor‑Profil anpassen (aa-complain /usr/sbin/nmbd).
Windows sagt „Anmeldeinformationen sind ungültig“pdbedit -L -vPrüfe, ob der Samba‑Benutzer existiert. Bei Zweifel: smbpasswd deinBenutzer (Passwort neu setzen).
Keine Antwort vom Server (Timeout)ping pve und telnet pve 445Stelle sicher, dass der Host erreichbar ist und keine Firewall die Ports blockiert.
Share wird angezeigt, aber beim Öffnen erscheint „Zugriff verweigert“ls -l /mnt/extern/ und getfacl /mnt/extern/Stelle sicher, dass der Samba‑Benutzer Besitzer ist bzw. ausreichend Rechte besitzt (mind. rwx).

Sicherheitshinweise (empfohlen)

Fazit

Nach Durchführung dieser Schritte sollte deine Samba‑Freigabe auf Proxmox VE problemlos von einem Windows‑11‑Rechner aus erreichbar sein – sowohl zum Lesen als auch zum Schreiben. Du kannst den Share nun für Medien‑Backups, VM‑Templates oder gemeinsame Projektdateien nutzen – alles ohne zusätzliche Cloud‑Dienste und komplett innerhalb deiner eigenen Infrastruktur.

Viel Erfolg beim weiteren Ausbau deines Proxmox‑Setups! 🚀

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